Dirndle

 

Wer das größte Volksfest der Welt, das Oktoberfest kennt, das alljährlich zur Erntedankzeit auf der Münchner Theresienwiese statt findet, kennt auch das „Dirndle“, das sozusagen als untrennbares „Wahrzeichen“ mit zur Oktoberfestzeit gehört! Und wer kennt das Münchner Oktoberfest, die „Wiesn“ nicht?!

 

Dieses Volksfest ist mittlerweile weltweit bekannt und beliebt und für manche schon beinahe zu einem „Pilgerort“ geworden! Zusammen mit dem männlichen „Pendant“, der Lederhosn und dem Hut mit Gamsbart, ist das Dirndle als weibliches Kleidungsstück das Wahrzeichen der „Wiesn“.

 

Doch wie wir hier sehen werden ist und kann das Dirndle noch einiges mehr!

 

Zunächst noch zur Unterscheidung: eine wirkliche „Tracht“ ist das heutige „Dirndl“ nicht – denn ein Dirndle kann viele verschiedene Farben und Formen annehmen, eine Tracht jedoch ist ein Gewand mit genau vorgeschriebenen Details, welches immer nur für eine ganz bestimmte Region kennzeichnend ist.

 

Kurze Geschichte des Dirndls

 

Die Bezeichnung für das „Dirndle“ als Kleidungsstück, stammt von der bayerischen bzw. österreichischen Bezeichnung für „Dirn“ – „junges Mädchen“ bzw. von der oberdeutschen Bezeichnung für eine in der Landwirtschaft beschäftigte Magd, der „Dirn“, ab. Bei der Arbeit trugen Mägde Dirndlgewänder.

 

Was als Arbeitskleidung begann, wurde etwa um 1870/80 in Deutschland ein Modephänomen und setzte sich als modernes Kleid in der städtischen Oberschicht, besonders als Bekleidung während der „Sommerfrische“ durch.

 

Heute wird das Dirndl von Frauen in Süddeutschland und in einigen Alpenregionen auf Jahrmärkten, Volksfesten und dem Oktoberfest getragen, vermehrt sogar seit den 70er- Jahren.

 

Charakterstische Merkmale eines „modernen“ Dirndls

 

Dirndle gibt es heute in den verschiedensten Farben und Formen und besteht meist aus einem Teil, das sich in Oberteil- und Rockpartie gliedert. Das Oberteil liegt eng an und hat einen tiefen, rechteckigen oder runden Ausschnitt. Der Rock setzt sehr hoch an der Taille an. Zu jedem Dirndl gehören außerdem separat eine Schürze zum Binden, sowie eine weiße, sehr kurze Bluse, die unter das Kleid gezogen wird. Die Bluse reicht nur bis kurz unter die Brust und kann lange oder auch kurze Ärmel haben. Dazu kann außerdem noch ein Schultertuch oder ein Halstuch getragen werden, und zum Schmuck ein Kropfband mit Schmuckanhänger um den Hals. Dirndle verfügen unter der Schürze über eine Tasche vorne oder an der Seite.

 

Die Länge der Dirndlröcke unterliegt den jeweiligen Modetrends! – mal lang, mal sehr kurz, je nachdem. Dirndl gibt es aus einfarbigem oder bedruckten Stoffen, sie sind aus Baumwolle, Leinen oder Seide gefertigt. Seit dem Jahr 2000 entwerfen übrigens auch immer mehr Modedesigner Dirndl!

 

Besonderheit:

Der eheliche Status der Dirndlträgerin wird durch die Art, wie die Schleife der Schürze gebunden ist, gekennzeichnet! Ist die Trägerin noch „zu haben“, ist die Schleife links bzw. mittig gebunden, ist sie verlobt oder verheiratet, symbolisiert dies die rechts gebundene Schleife und eine Witwe erkennt man an der hinten gebundenen Schleife.

 

Das Dirndle als Faschingskostüm

 

Das Dirndl erfreut sich heute auch als Faschingskostüm wachsender Beliebtheit! Es könnte durchaus sein, dass man zusammen mit dem Partner als „bayerisches Traumpaar“ zu den „Stars des Abends“ werden kann!

 

Hochwertige Dirndl gibt es im Handel in verschiedenen Preisklassen zu kaufen, wobei die meisten Dirndl nicht ganz billig sind. Das Dirndl als Faschingskostüm allerdings gibt es schon sehr günstig beispielsweise über das Internet zu beziehen – falls Sie daran denken, sich dieses Jahr im Fasching im „bayerischen Look“ zu verkleiden, und sich nicht selbst ein Kostüm schneidern möchten, lohnt es, sich zu informieren - Faschingsdirndl gibt es schon für ca. 30 Euro!